(Abbildung: Fünf der zehn Autoren konnten den Award in San Francisco persönlich entgegennehmen. V.l.n.r.: Paul Shine Eugine (TU Braunschweig), Dr. Peter Toth (TU Braunschweig), Professor Vadim Issakov (TU Braunschweig), Professor Hiroki Ishikuro (Keio University) und Kaoru Yamashita (TU Braunschweig/Keio University). Bildnachweis: Bernhard Wicht)

Best European Paper Award geht nach Deutschland

Sie gilt als Chip-Olympiade: Die International Solid-State Circuits Conference (ISSCC) in San Francisco bringt als weltweit führendes Forum die Besten aus Chip-Design und Halbleiterelektronik zusammen. Wer seine Hand nach diesen Olympia-Medaillen ausstrecken möchte, muss weder Ski noch Bob fahren, aber das eingereichte Paper sollte in seiner Kategorie die internationalen Gutachtenden überzeugen. Und gerade hier heißt es jetzt „Gold für Deutschland“! Mit einem Paper zur Kontrolle von gefangenen Ionen für Quantencomputer konnten Forschende der Technischen Universität Braunschweig den „Jan Vessem Award for Outstanding European Paper“ gewinnen – als zweite deutsche Universität überhaupt.

Niederlande, Belgien, Vereinigtes Königreich: Die europäische Konkurrenz für den Jan Vessem Award auf der ISSCC ist stark. Deutsche Teams gehen in San Francisco meist leer aus. Nur ein Team aus Wuppertal ist es bisher überhaupt gelungen, den Award nach Deutschland zu holen. Hinter dem Erfolg der diesjährigen Konferenz steht das Braunschweiger Institut für CMOS Design mit dem Team um Professor Vadim Issakov. Sie arbeiten an einer der Schlüsselstellen für den niedersächsischen Quantencomputer des Quantum Valley Lower Saxony (QVLS): der Kontrolle der gefangenen Ionen, die Qubits des Systems. Der Erfolg der Computerarchitektur hängt dabei vor allem von der Skalierbarkeit der Komponenten ab. Nur wenn die Bauteile möglichst klein, stromsparend und selbst bei minus 269 Grad Celsius noch funktionsfähig sind, kann das gesamte System sinnvoll wachsen und höhere Qubit-Zahlen anstreben.

Das Braunschweiger Team wuchs dafür auch geografisch über sich hinaus, indem es eine Kooperation mit den Kryo-Experten der Keio-Universität in Japan aufbaute. Gemeinsam entwickelten sie von Grund auf das weltweit erste Systemdesign, das die gefangenen Ionen eines Quantencomputers in tiefsten Temperaturen manipulieren konnte. Der Praxistest erfolgte direkt beim Quantencomputer-Demonstrator an der Leibniz Universität Hannover. Ebenso gemeinsam erschien das Team bei der Preisverleihung in San Francisco und nahm das Chip-olympische Gold am Abend des 17. Februars 2026 entgegen – kurz vor dem dreifachen Triumph der deutschen Zweierbob-Teams.