Als lokaler Bundestagsabgeordneter für Hannover besuchte Boris Pistorius das Quantum Valley Lower Saxony (QVLS). Sein Besuch war kein Zufall: Er zeigt, welche wachsende Bedeutung die Quantenforschung und -technologie für die Zukunft Deutschlands hat – nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für Innovation, Industrie und Sicherheit.
Hannover und Braunschweig haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Hotspot der Quantentechnologien entwickelt. Was die Region besonders macht, ist die Kombination aus exzellenter Forschung, moderner Infrastruktur, enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie sowie einem starken Netzwerk engagierter Physikerinnen und Physiker.

Zwei Exzellenzcluster verlängert

Im Mittelpunkt des Besuchs standen zwei Exzellenzcluster, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verlängert wurden. Sie zählen zu den bedeutendsten Forschungsinitiativen in Deutschland.
Der Cluster PhoenixD – Photonics, Optics, and Engineering Innovation Across Disciplines unter der Leitung von Prof. Uwe Morgner und Prof. Michael Kues entwickelt optische Systeme völlig neu. Mit dem entstehenden Opticum-Campus wird ein gemeinsamer Ort geschaffen, an dem Forschung und Industrie unter einem Dach zusammenarbeiten.
Der Cluster QuantumFrontiers, vorgestellt von Prof. Silke Ospelkaus, Prof. Michèle Heurs und Prof. Stefanie Kroker, erforscht die Grenzen der Quantenmetrologie und Präzisionsmessung. Von hochpräziser Zeitmessung bis hin zu neuartigen Methoden der Navigation und Sensorik – hier werden Schlüsseltechnologien der Zukunft vorbereitet.

Infrastruktur auf höchstem Niveau

Neben den Clustern wurden dem Minister auch Forschungsinfrastrukturen gezeigt, die in dieser Form einzigartig sind.
Am Laser Zentrum Hannover (LZH) präsentierte Prof. Dietmar Kracht neueste Entwicklungen in der Hochleistungslaserforschung, die gleichermaßen Grundlagen für wissenschaftliche wie industrielle Anwendungen schaffen.
Im Einstein-Elevator führte Dr. Christoph Lotz durch die weltweit einzige Anlage, die schnelle, wiederholte Experimente unter Schwerelosigkeit ermöglicht – ein Forschungsinstrument, das es sonst nirgendwo gibt.

Eine wichtige Herausforderung der Quantentechnologie liegt im Transfer vom Labor in die Praxis. Prof. Christian Ospelkaus stellte mit QVLS-iLabs eine Initiative vor, die genau hier ansetzt. Sie gehört zu den bundesweit nur sieben vom BMBF geförderten Clusters4Future und soll den Weg von der Grundlagenforschung zur industriellen Anwendung beschleunigen.
Auch aktuelle Fortschritte in der Quanteninformatik wurden gezeigt: Dr. Celeste Torkzaban präsentierte zwei Calcium-Ionen-Qubits, die auf einem Chip liefen, der vollständig in Niedersachsen entwickelt und gefertigt wurde. Damit wurde ein wichtiger Schritt hin zu souveräner Quantenhardware demonstriert – ein strategisches Ziel für Deutschland und Europa.

Starke politische Rückendeckung

Der Besuch machte zudem deutlich, welche Rolle die Landespolitik spielt. Falko Mohrs, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, unterstützt die Quantenforschung seit Jahren und hat entscheidend dazu beigetragen, die Region als Standort zu stärken. Mit dieser Rückendeckung kann sich das Ökosystem weiterentwickeln und ausbauen.
Der Besuch von Boris Pistorius unterstrich die strategische Bedeutung des Quantum Valley Lower Saxony. Entstanden ist hier nicht nur ein wissenschaftlicher Cluster, sondern ein echtes Ökosystem, in dem Forschende, Unternehmen und Politik gemeinsam an den Technologien der Zukunft arbeiten. Mit seinen Exzellenzclustern, seiner Infrastruktur, den engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und seinen starken Partnerschaften ist QVLS ein Standort von nationaler und internationaler Bedeutung.

Fotos: Sören Pinsdorf, Leibniz Universität Hannover (LUH)